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Was ist ein Kapodaster?

Was ist ein Kapodaster?

Sicher jeder, der mal ein Lied gespielt hat, kennt dieses Problem: Alles passt, die Griffe sitzen, die Wechsel sind sauber, das Timing stimmt - doch für den eigenen Gesang ist die Lage so ungeschickt, dass man die hohen Töne (oder auch die tieferen) nicht mehr trifft. 

Hierbei hilft dir ein Kapodaster.

Hierbei handelt es sich kurz gesagt um ein Zubehörteil für Gitarristen, mit dem du ganz schnell und einfach die Lage wechseln kannst ohne neue Griffe zu lernen, denn durch den „Kapo“ wird die Saitenlänge verkürzt und du spielst deine Musik wie gewohnt, aber sie erklingt in einer neuen, transponierten Tonart.


(Jeder Kapodaster hat seine eigene Funktion, sowie Vor- und Nachteile)


Benutzen nur Anfänger einen Kapodaster?


Gerade als Einsteiger ist man oft geneigt einen Kapodaster zu nutzen um den „furchteinflößenden“ Barrégriffen aus dem Weg zu gehen. Jedoch ist dies a) nicht immer möglich und b) nicht unbedingt Sinn eines Kapodasters. Sorry, aber irgendwann muss man sich mit Barrégriffen auseinandersetzen. Denn Barrégriffe setzt man meist, je nach Tonart, im Wechsel mit offenen Akkorden ein. Außerdem kann man bestimmte Licks, oder einen bestimmten Fingersatz nur in Kombination mit bestimmten Griffen spielen. Versucht doch mal z.B. ohne Kapodaster „Sweet Home Alabama“ ein paar Halbtöne höher zu spielen. Das geht nicht, bzw. es klingt nicht mehr so, wie es klingen soll.

Außerdem verändert sich je nach Spiellage gravierend das Timbre der Gitarre. Je höher man den Kapodaster ansetzt, desto glockenähnlicher wird der Sound, da sich das Obertonspektrum doch gravierend verändert. Der Profi will manchmal genau diesen Sound, obwohl man es vielleicht ohne Kapodaster spielen könnte.


(Ein Kapodaster kann uns vieles vereinfachen)


Gibt es unterschiedliche Kapodaster?


Ja die gibt es! Da verschiedene Bauweisen ebenfalls im Griffbrett variieren, ist dies auch zwingend notwendig. Wichtig ist erstmal zu differenzieren, was für eine Gitarre man überhaupt besitzt. Habe ich eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten? Dann habe ich ein breiteres, jedoch flach verlaufendes Griffbrett. Habe ich eine Westerngitarre mit Stahlsaiten oder eine E-Gitarre? Dann habe ich ein schmaleres Griffbrett welches einen leichten Radius hat. Man kann es sogar noch weiter spezifizieren: Spiele ich eine Stratocaster? Dann habe ich einen leicht anderen Radius als bei der Westerngitarre. So oder so findet sich definitiv das Passende. Je nach Modell passt sich in dem Fall euer Kapodaster perfekt eurem Griffbrett an. Einen Universal Kapodaster gibt es demnach leider nicht. Und angenommen ich verwende einen Kapodaster welcher für Konzertgitarre ausgelegt ist mit meiner Westerngitarre, dann kann es sein dass in dem Beispiel die äußeren Saiten nicht mehr richtig abgedrückt werden. Im umgekehrten Szenario würden demnach die inneren Saiten nicht abgedrückt werden.

Doch zum Glück bieten die meisten Hersteller ihre Modelle in mehreren Ausführungen an. Eine Auswahl an „Kapos“ sowie ein paar Vor- und Nachteile kommen jetzt.

(Keine Sorge! Wir haben das passende Modell.)


Schubb Capo


Ein absoluter Klassiker, auf den wahrscheinlich die meisten Gitarristen nicht verzichten wollen. Hierbei unterscheidet man zwischen der stabileren C-Serie, sowie der leichter gebauten L-Serie (Lite-Serie). Die Zahl hinter dem Buchstaben bezeichnet den Halsradius. So ist z.B. der Schub C1 ein Kapodaster für Konzertgitarren, der C2 für Westerngitarre und der C3 für eine 12-Saiter. Doch auch für andere Instrumente bietet Schubb einen Kapodaster an. Der L9 beispielsweise ist für Ukulele gedacht.

Wie man sofort sieht besitzt dieser Kapodaster eine kleine Schraube auf der Rückseite, mit der du die Dicke deines Gitarrenhalses anpassen kannst und somit immer der Druck stimmt und gut hält. Außerdem sind für diesen Kapodaster sämtliche Ersatzteile erhältlich, so dass man nicht immer gleich einen Neuen kaufen muss, falls der Gummi durch ist oder ähnliches.

(Einer der am meisten genutzten Kapodaster)


Kyser Quick-Change Capo


Ebenfalls ein sehr beliebter Kapodaster. Dieses Modell wird wie eine große Wäscheklammer im gewünschten Bund angebracht und fertig. Die Feder in diesem Modell ist sehr stark im Druck und dadurch, dass die Klammer dem Spieler abgewandt ist, kommt man sich mit der linken Hand nicht in die Quere, da man bei Griffen die eng am Kapodaster sind nicht die ganze Zeit den Kapodaster verrückt. Außerdem ist ein Positionswechsel problemlos und schnell zwischen zwei Songs umsetzbar. Der Haken oben eigent sich zudem hervorragend zum Zwischenlagern von Zigaretten während dem Gitarrenspiel.

Dieses Modell ist ebenfalls für Western- sowie Konzertgitarren erhältlich.

(Ein idealer Begleiter für die, die oft die Position ändern müssen)


G7th Performance-2 Guitar Capo


Ein sehr bequemer Kapodaster, den es ebenfalls für beide Gitarrenvariationen gibt.

Dieser Kapodaster wird (noch einfacher als beim Schubb) einfach mit einem Griff draufgedrückt. Um ihn abzunehmen greift man ebenfalls mit einer Hand an den schwarzen Hebel und nimmt es einfach ab. Funktionalität trifft auf Design.

(Sehr klein und praktisch. Diesen Kapo wirst du kaum im Gewicht spüren)


CLX-Music Capo


Ein einfacher Klemm-Kapodaster, den es auch in ausgefallener Holzoptik gibt. So ist der Kapo ein echter Hingucker. Durch seine leichtere Feder lässt sich dieses Modell leichter verstellen, büßt jedoch an Druck ein. Außerdem stößt man öfters dagegen an, da die Klammer dem Spieler zugewandt ist (vgl. Kyser-Capo). Jedoch ist es eine sehr preisgünstige und optische ansprechende Alternative.

(Günstig und Solide. Ein beliebtes Modell)


Moritz Henkemeyer

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