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Smarte Instrumente

Smarte Instrumente

Heutzutage muss eigentlich alles “smart” sein. Das Handy ist es schon längst, nach und nach kommen unsere Häuser hinzu. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass nun auch unsere Instrumente “smart” werden. Doch was zeichnet ein smartes Musikinstrument aus? Hierbei handelt es sich entweder um ein “normales” Instrument, welches mit Gadgets erweitert wurde, die durch eine App gesteuert werden oder um völlig neue Hardware, welches ebenfalls durch Apps gesteuert werden. Es ist erstaunlich, wie innovativ manche Produkte sind. Eine Auswahl finden Sie im folgenden:

Yamaha Smart Piano


Den Anfang im Hobbybereich machte bereits 2017 die Firma Yamaha mit den ersten “Smart Pianos”, der Clavinova CSP-Serie. Dieses Instrument kann zwar auch lokal über die Pianotasten eingestellt werden, aber das volle Potential entfaltet sich erst nachdem man ein Smartphone oder Tablet an die dafür vorgesehene Schnittstelle am Notenständer angeschlossen hat. Durch die Hauseigene App “Smart Pianist” bekommt man neue Funktionen wie einen 16 Spur Recorder mit Notierungsfunktion, Einstellen der vielzahl an Sounds und Styles, einer Lernfunktion die durch eine LED-Leiste über den Tasten unterstützt wird, sowie die Möglichkeit sich zur sämtlichen Musik auf Ihrem Endgerät eine Akkordbegleitung schreiben zu lassen. Dazu “hört” die App sich den Song einmal an und erkennt dadurch die Harmonien und anhand von wählbaren Presets wird ein Begleit-Pattern notiert. Mit all diesen Tools ist somit ein Einstieg für jeden wesentlich vereinfacht worden. Selbst einfache Anfängerstücke werden in der Lernfunktion von der Begleitautomatik so “aufgeblasen”, dass man meinen könnte, es handle sich hierbei um einen Voll-Profi. Eine Demonstration der Funktionen finden sie hier:


(Dieses Instrument bringt Ihnen jedes Lied bei!)



Lâg Tramontane HyVibe Serie


Erst kürzlich kam eine neue Smart-Gitarre auf den Markt. Die neue Lâg Tramontane HyVibe Serie bringt jetzt ihren eigenen Amp mit. Damit ist nicht gemeint, dass es zusätzlich zur Gitarre einen Speaker gibt, sondern der Speaker ist direkt in die Gitarre eingebaut, sodass externes Equipment gar nicht mehr notwendig ist!

Die Lâg HyVibe-Technologie erlaubt es Gitarristen direkt mit Live-Effekten und Backing Tracks zu spielen, ebenso wie Loops und Recordings aufzunehmen. Damit können alle Verstärkerfunktionen ohne zeitliche und räumliche Einschränkungen genutzt werden. Die Lâg HyVibe Smart Guitar liefert auch einen integrierten, programmierbaren EQ Tuner, einen Multi-Effekt-Prozessor und Bluetooth-Lautsprecher-Fähigkeiten. Darüber hinaus gibt es eine eigens entwickelte Smartphone App, die weitere praktische Features bietet. Somit ist das Anlegen verschiedener Effektbänke beispielsweise möglich. Ein weiteres Feature bietet der Input-Jack. Somit können Sie auch eine zweite Westerngitarre mit Tonabnehmer mit der smarten Gitarre verbinden und somit die Lâg HyVibe auch als Verstärker der zweiten Gitarre nutzen. Außerdem bietet die App die Möglichkeit weitere Effekte hinzuzufügen und auch im Detail anzupassen. Eine Vorstellung des Multi-Effekt-Prozessors finden Sie hier:


(Verstärker schleppen war gestern.)



ROLI Seaboard Rise/Block


Auch das Studio wird nun smart. Beim Seaboard handelt es sich nicht wie beim Yamaha CSP um ein Digitalpiano, sondern um einen Controller. Anders als ein gewöhnlicher Keyboard Controller hat er keine herkömmliche Klaviatur, sondern weiche, tastenartige Erhebungen (»Keywaves«) für ein sehr differenziertes Spiel. Bewege dich frei zwischen den Halbtönen und diversen Klangparametern je nach Fingerposition im Millimeterbereich und Druckstärke. Wie empfindlich der Controller auf derlei Abstufungen von Tonhöhe, Dynamik & Co. reagiert, lässt sich mit drei dedizierten Touch-Slidern stufenlos justieren. Ein virtueller Synthesizer, der auf all die differenzierten Spielmöglichkeiten anspricht, steht zum Download für Windows & Mac OS bereit. Es gibt fünf Ausdrucksformen, die Du über verschiedene Gesten mit den Keywaves spielen kannst: 

  • Strike: Anschlagstärke (MIDI: Velocity) → in der Regel Lautstärke 
  • Press: Anhaltende Druckstärke (MIDI: Aftertouch) → Diverses 
  • Glide: Horizontales »Wischen« → Portamento, Vibrato & Co. 
  • Slide: Vertikales »Wischen« → Diverses, z.B. Öffnung des Filters 
  • Lift: Geschwindigkeit des Loslassens → Diverses + Release (MIDI: Note-Off) 

Press, Glide und Slide können jederzeit stufenlos über die drei Touch-Slider links oben in ihrer Empfindlichkeit eingestellt werden. Bei voller Stärke reagieren sie sehr unterschiedlich je nach ausgeübtem Druck bzw. sehr empfindlich auf die exakte Fingerposition im Halbtonzwischenraum. Die Gesten werden allesamt höchst akkurat in die jeweils entsprechenden Klangänderungen umgesetzt. 

Das Sortiment von Roli wurde durch eine modular-erweiterbare Serie namens “Block” vergrößert und nun stehen noch viel mehr smarte Funktion für Ihr Studio bereit. Eine beeindruckende Demonstration finden Sie hier:


(Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.)



Senspad


Beim Senspad handelt es sich um elektronische Drumpads, die wie gewohnt in eine Halterung eingespannt, jedoch auch ohne Probleme auf einen Tisch oder eine andere Ablagefläche gelegt werden können. So ist es praktisch überall möglich, zu spielen und mit mehreren Pads wird sogar ein komplettes Drumset simuliert.

Senspad funktioniert komplett kabellos, kann aber trotzdem mit einer professionellen Smartphone-App verbunden werden, um dort Einstellungen zu treffen. Auch die Basedrum wird authentisch simuliert. Dies geschieht mit einem Sensor namens „Senstroke“, der am Fuß angebracht wird und bei entsprechenden Bewegungen den Ton einer Basedrum abspielt. Um den Realismus der Spielerfahrung weiter zu erhöhen, bestehen die Drumpads zudem aus drei verschiedenen Zonen, die beim Spielen auch entsprechend leicht unterschiedliche Töne erzeugen, wie es auch bei einem akustischen Schlagzeug der Fall wäre.


(Dieses smarte Kit passt in den Rucksack.)
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